Ich habe gerade eine Sprachnachricht abgehört, die ich auf Instagram bekommen habe.
Eine Frau, 54 Jahre alt, 1,68 groß, 54 Kilo schwer.
Klingt erstmal völlig normal aber sie ist unglücklich.
Sie sagte: „Ich hatte immer 50 Kilo. Und seit zwei Jahren kriege ich diese vier Kilo einfach nicht runter. Ich verstehe es nicht. Ich mache so viel Sport, gehe jeden Tag spazieren, achte auf meine Ernährung und trotzdem habe ich das Gefühl, es wird immer mehr.“
Auf der Waage und vor allem am Bauch, wie sie sagt.
Sie bat mich um Rat, weil sie ja schon „alles“ macht.
Und dann sagte sie noch etwas: „Ich habe ganz dünne Arme, dünne Beine, eigentlich keinen Po aber wenn ich mich seitlich vor den Spiegel stelle, sehe ich aus wie schwanger. Ich habe eine richtige Wölbung.“
Aha, dachte ich mir.
Das ist alles andere als normal und dagegen hilft keine Diät der Welt.
So etwas nennt man Skinny Fat.
Vielleicht hast du den Begriff schon mal gehört aber ich erkläre dir, was das genau bedeutet:
Skinny Fat ist ein echtes Problem. Es bedeutet, dass du insgesamt schmal gebaut bist. Im Gesicht, in der Kleidung, denkt man: „Wow, gute Figur.“
Aber vor dem Spiegel und besonders mit Bauchansatz zeigt sich das eigentliche Problem:
Zu viel Körperfett. Und zwar an genau der falschen Stelle dem Bauch. Das ist stoffwechselaktives Fett und alles andere als gesund.
Was passiert also? Du gehst zum Arzt, schilderst dein Problem und er sagt: „Ihr BMI ist völlig normal.“ Vielleicht sogar im unteren Bereich. Und damit ist das Thema für ihn durch.
Aber der Arzt misst weder deinen Körperfettanteil, noch deine Muskelmasse er schaut nur auf Größe, Gewicht und Alter. Und du gehst unzufrieden nach Hause. Dein Problem ist nicht gelöst. Also googelst du nach Diäten.
Aber eine Diät brauchst du gar nicht.
Denn: Die meisten Diäten sind für Menschen, die 10 oder 15 Kilo abnehmen wollen.
Du gehörst gar nicht in diese Kategorie.
Mit Skinny Fat brauchst du eine andere Lösung und die ist keine Diät.
Jetzt fragst du dich wahrscheinlich:
„Wie kann das überhaupt passieren? Ich war doch immer schlank. Ich habe mich gut ernährt – und jetzt auf einmal funktioniert nichts mehr.“
Die Antwort: Es gibt drei Hauptgründe.
1. Hormonveränderung ab 35+
Ab ca. 35 Jahren sinkt dein Östrogen- und Testosteronspiegel.
Diese Hormone sind entscheidend für Muskelaufbau.
Weniger Hormone = weniger Muskeln. Ganz automatisch.
Dadurch hast du weniger „Verbrauch“ nd udein Körper verbrennt also weniger Energie als früher. Und das, was du wie immer isst, wird jetzt eher gespeichert als verbrannt.
2. Zu wenig (und das Falsche) essen
Viele Frauen essen viel zu wenig oft nur 1.200 bis 1.300 Kalorien pro Tag.
Und dabei vor allem zu wenig Protein.
Protein ist aber DER Baustoff, um Muskulatur zu erhalten und aufzubauen.
Stattdessen gibt’s Salat, keine Kohlenhydrate nach 18 Uhr und viel zu wenig Energiezufuhr.
Was passiert?
Der Stoffwechsel passt sich an – der Körper geht auf „Sparflamme“ und speichert alles.
3. Fett wird jetzt am Bauch gespeichert
Ab ca. 35 entscheidet der Körper:
Fett wird nicht mehr gleichmäßig verteilt sondern bevorzugt am Bauch gespeichert.
Früher: Zunahme überall ein bisschen.
Heute: Fast alles landet direkt am Bauch. Besonders unter Stress.
Das ist viszerales Fett – stoffwechselaktiv und gesundheitsschädlich.
Und jetzt kommt das, was niemand hören will:
Diäten verschlimmern Skinny Fat.
Warum?
Weil Diäten dich in ein Kaloriendefizit zwingen.
Was der Körper dann abbaut, ist nicht (nur) Fett sondern vor allem Muskeln.
Denn Muskeln verbrauchen am meisten Energie.
Also denkt dein Körper: „Das brauche ich gerade nicht.“
Fett – besonders am Bauch - behält er aber als Notreserve.
Und je öfter du Diät machst, desto effektiver wird der Körper genau darin:
Muskeln abbauen – Fett speichern.
Du wirst also mit jeder Diät weniger muskulös, aber fettlastiger – besonders am Bauch.
Selbst wenn du irgendwann wieder bei deinen 50 Kilo bist:
Die Körperzusammensetzung ist falsch. Du bist zwar „leicht“, aber weich.
Die Waage zeigt Erfolg – der Spiegel nicht.
Lösung? Ganz klar:
• Mehr essen – nicht weniger.
• Mehr Protein – mindestens 1,6–1,8 g pro kg Körpergewicht.
• Gesunde Fette – für den Hormonhaushalt.
• Kohlenhydrate – als Energiequelle für den Muskelaufbau.
• Und: Krafttraining. Nicht Cardio.
Warum?
Weil dein Körper nur dann Muskulatur aufbaut, wenn du ihn dazu bringst durch Reize.
Nicht durch Nordic Walking oder stundenlanges Joggen.
Sondern durch gezieltes Krafttraining.
Du willst, dass dein Körper stärker wird? Dann musst du ihm zeigen, dass du „mehr tragen“ willst. Dein Körper reagiert darauf – immer.
Langsam, aber sicher.
Und ganz wichtig: Vergiss die Waage.
Muskel ist schwerer als Fett.
Fett schwimmt – Muskeln sinken (schau mal bei Rinderbrühe mit Fleisch und Fett).
Starke, definierte Frauen essen.
Sie machen Krafttraining.
Und sie denken langfristig.
Also mein Appell an dich:
Bitte mach nicht noch eine Diät. Iss mehr. Beweg dich anders. Denk anders.
Denn was du brauchst, ist:
✅ Mehr Energie
✅ Mehr Protein
✅ Mehr Muskelmasse
✅ Und Geduld.
6 Monate sind ein Wimpernschlag aber sie können alles verändern.
Und falls du das Gefühl hast, du schaffst es nicht allein ich bin da.